Heilpraktikerin Brigitte Brüse aus Berlin ist Mitglied der AGTCM.
Das Mitglied hat der Arbeitsgemeinschaft Fachausbildungen in den Bereichen Akupunktur und Arzneimitteltherapie nachgewiesen.

Aktuelles

Stellungnahme der AGTCM zum Spiegel-online Artikel über chin. Arzneimittel.

Liebe Patienten, liebe Mitglieder der AGTCM, liebe Freunde der Chinesischen Medizin,

als Vorstand der AGTCM nehmen wir hiermit offiziell Stellung zu den in den vergangenen zwei Wochen in verschiedenen Medien veröffentlichten Artikeln über eine aktuelle australische Studie über chinesische Fertigpräparate und chinesische Arzneimittel sowie über eine Studie über Präparate mit Aristolochiasäure in Taiwan und deren Konsequenzen für die Therapie mit chinesischer Pharmakologie (‚Krebs und Kragenbär’, Tagesspiegel (Berlin) vom 13.04.2012, ‚DNA offenbart illegale Zutaten’, Spiegel online, 16.04.2012). Zudem wurde in diesem Zusammenhang die Verwendung von Substanzen von unter Artenschutz stehenden Tieren in chinesischen Fertigpräparaten thematisiert.

Hinsichtlich der Studie aus Australien möchten wir zunächst herausstellen, dass es sich bei den untersuchten Proben um illegal nach Australien eingeführte Fertigpräparate handelte. Uns verwundert es nicht, dass diese Präparate auch illegale Einzeldrogen enthalten.

Unser geschätzter australischer Kollege Brian May, einer der renommiertesten Spezialisten für chinesische Arzneimittel in Australien und Mitglied im registration board und somit zuständig für deren Zulassung in Australien, hat bereits Stellung zu dieser Studie bezogen und verweist darüber hinaus ausführlich und differenziert auf deutliche methodische Mängel der Studie. Zusammenfassend kritisiert er, dass diese Studie keine klare Evidenz hinsichtlich einer deutlichen Toxizität einzelner chinesischer Arzneimittel generiert, dafür aber umso mehr Spekulationen darüber.

Bezüglich der Studie über Aristolochiasäure und deren kanzerogenes Potenzial möchten wir zunächst bemerken, dass die Toxizität der Aristolochiasäure bereits seit langem bekannt ist und dass Arzneimittel, die Aristolochiasäure beinhalten, bereits seit etwa 15 Jahren nicht mehr in den europäischen Markt eingeführt werden dürfen. In China und Taiwan sind Produkte, die Aristolochiasäure enthalten, seit 2003 verboten.

In Deutschland legal gehandelte Fertigpräparate und durch Therapeuten verschriebene Indiviudalrezepturen, die im Übrigen den größten Teil der Verordnungen in der therapeutischen Praxis ausmachen, können Aristolochiasäure demnach nicht enthalten. Zudem ist die Einfuhr von Substanzen von unter Artenschutz stehenden Tieren nach Deutschland gesetzlich verboten.

Wir weisen in diesem Zusammenhang auf die Existenz spezifischer Prüfzertifikate mit ihren Sicherheitsstandards in Deutschland hin, die auf höchster institutioneller Ebene regelmäßig die entsprechenden Import-Chargen prüfen und absichern.

Dass es wie in jedem anderen Bereich auch hier illegale Machenschaften geben kann, können wir als AGTCM nicht verhindern. Dies steht darüber hinaus nicht in der Verantwortung seriös arbeitender Therapeuten.

Den durch die Artikel entstandenen Eindruck einer generellen Gefährlichkeit der chinesischen Arzneimitteltherapie weisen wir hiermit ausdrücklich zurück!

Ebenso betonen wir in diesem Zusammenhang, dass die an den Kooperationsschulen der AGTCM in chinesischer Pharmakologie ausgebildeten Heilpraktiker und Ärzte – die im Übrigen einen der höchsten Ausbildungsstandards in chinesischer Arzneimittel-therapie in Deutschland absolviert haben – intensiv hinsichtlich eines möglichen Gefahrenpotenzials unsachgemäßer Anwendung von chinesischen Arzneimitteln geschult werden.

Insgesamt müssen wir den Autoren der verschiedenen Artikel leider eine lückenhafte Recherche der Daten- und Informationslage unterstellen und uns verlässt der Eindruck nicht, dass den Artikeln eine andere Motivation als die einer sachlichen Information der Öffentlichkeit zugrunde liegen könnte.

Den Grundtenor der Artikel interpretieren wir als diffamierend und tendenziös. Wir weisen eine solche Art der undifferenzierten und unseriösen Darstellung entschieden zurück!

Sollten Sie weiteren Informationsbedarf zu diesem Thema haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!

Mit freundlichen Grüßen,

Der Vorstand der AGTCM